Freitag, 12. Juni 2015

Drachentorte - versprochen ist versprochen


Irgendwie ist man ja immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Mit Motivtorten ist das nicht anders. Ständig sucht man neue Themen und überlegt, ob diese auch umsetzbar sind.

Irgendwann kam mit in den Sinn eine Drachentorte zu fertigen, jedoch gab es nie wirklich einen passenden Anlaß oder es standen einfach zuviele Torten an.

Durch einen Zufall habe ich herausgefunden, dass einer meiner Chefs Drachenfiguren mag, bzw sammelt und schwupp, war der Anlaß gefunden.

Bei der Geschäftsweihnachtsfeier sind wir auch auf Motivtorten zu sprechen gekommen und er meinte "Mach doch mal eine Drachentorte..." und ich erwiderte "ist bereits in Planung :D ". Auch wenn er dann ein paar Tage später meinte: "du, das mit dem Drachen war aber nur ein Scherz...", habe ich ihm zu verstehen gegeben, dass er das vielleicht so sieht, ich jedoch nicht, versprochen ist versprochen ;)

Lange habe ich mir überlegt wie ich dieses Thema umsetzen wollte, meine erste Idee war ein Kuchen in Form eines Drachens, aber irgendwie war das nicht das Richtige. Es sollte eine Torte sein mit einer Drachendeko, welche man auch abnehmen und zur Erinnerung aufheben konnte.

Ok, Grundidee: Ein Felsen/ Stein auf welchem ein Drache gelandet ist. 

Also ran an die Arbeit:

Da ich immer wieder gefragt werde welche Materialen ich für meine Deko verwende, liste ich diese hier auf, Sortiment kann je nach Markt variieren:

für die Rice-Krispie-Masse:
  • Honey Wheat von Knusperone ® (erhältlich bei ALDI-Süd)
  • Party-Parade-Marshmallows (Rewe)
  • Butter gibt es  überall ;)
für die Figur und zum Eindecken:
  • Rollfondant weiß und schwarz von der Fa. Dekoback ® (Rewe)
  • Deco Choc schwarz von der Fa. Dekoback ® (Rewe)
  • nur für den Drachen etwas CMC: Super-Haftpulver extra stark von Kukident ® (Apotheke)
Zuerst habe ich mich an den "Stein/ Felsen" gemacht und diesen aus einer Rice-Krispie-Masse gefertigt. Damit dieser dann auch einen guten Halt auf der Torte hat, habe ich unten mittig einen Schaschlikholzspieß hineingesteckt. Eingedeckt wurde dieser mit Rollfondant, einer Mischung aus weiß und schwarz, im Verhältnis ca. 70:30. Dieser wurde nur solange "geknetet", bis sich eine Art marmorierung ergab.

Nun ging es an den Drachen. Er sollte sich um den Felsen schlängeln. Zum Modellieren der Figur mischte ich schwarzes Rollfondant mit schwarzer Modellierschokolade im Verhältnis 50:50, ebenso fügte etwas CMC hinzu. Ich formte den Körper sowie einen Kopf und brachte diesen am Felsen an,  4 Beine hinzu und fertig war das "Grundgerüst".

ohne Stütze geht es noch nicht
Augenhöhle und Nasenlöcher (hmm, haben die eine besondere Bezeichnung?) wurden geformt und dann kam der langwierigste Teil - die Drachenschuppen. Ich habe unzählige kleine ovale ausgetochen, geformt, aufgeklebt und strukturiert. Satte 3 Stunden lang nur Schuppen-Schuppen-Schuppen und nochmals Schuppen. 

Schuppen, Schuppen und nochmals Schuppen
Das schier unfassbare Ende der Schuppen kam und nun ging es an die restlichen Verzierungen. Bei der ganzen Planerei und ebenso Kleberei, hatte ich ganz und gar vergessen mir Gedanken um ein doch recht wichtiges und auch noch schwieriges Detail zu machen: die Flügel. Normalerweise hätte ich diese ebenso aus dem reinen Modellierschokirollfondantgemisch gemacht, aber die Zeit zum aushärten war nicht vorhanden, es mußte schnell gehen, bereits am nächsten Tag mußte die Torte fertig sein. Achja, die Böden bzw Kuchen habe ich nebenher gebacken und gefüllt, ebenso die Ganache zubereitet. Zuerst habe ich versucht die Flügel frei zu modellieren, beim 2. und 3. Exemplar habe ich versucht mit Draht vorzuformen und dann zu beziehen, aber auch das war nicht die richtig Lösung, diese hätten ja aushärten müssen. Also ab in die Tone. So habe ich ein Stück dünne Pappe genommen, diese zurecht geschnitten, verziert und an der Figur abgebracht. Letztendlich sah mein Drache dann so aus:


Verzeiht mir bitte die schlechte Fotoqualität, zwar ist fotografieren eh nicht meine Stärke, aber Nachts um 3 Uhr war mir das so ziemlich egal. Nichts wie ab ins Bett, denn um 6 Uhr mußte ich wieder raus.
Die Nacht war sehr sehr kurz und es lag noch viel Arbeit vor mir. Der Drache stand in der Küche auf der Arbeitsplatte und ich mit meinem Kaffee am Tisch, Blick auf mein nächtliches Werk. Dann kam meine große Tochter runter, setzte sich zu mir an den Küchentisch und meinte: "Mama, an was hast du heute Nacht gedacht?". Ratlos schaute ich nochmal auf die Figur.... wie? was? "Ok Mama, ich möcht ja nichts sagen, aaaaaber, dein Stein/ Fels sieht irgendwie lustig aus.... so nach Phallussymbol..."... Oh mein Gott, sie hatte absolut Recht, ist mir gar nicht aufgefallen, also nichts wie ran an die Arbeit. 
Zuerst die Kuchen stabeln. Die unterste Schicht war eine Erdbeer-Wickeltorte, dann kam ein Schokokuchen. Beides stabilisiert und aufeinander gesetzt, mit Ganache glatt eingestrichen...stopp, moment, halt, nicht glatt, es soll doch wie ein Felsen aussehen, also ausnahmsweise mal "schlampig" arbeiten und die Ganache ungleichmäßig aufbringen. Ab in den Kühlschrank, Rollfondant mischen (wieder oben), Torte wieder raus aus der Kühlung und eindecken.
Drachenfigur draufsetzen und weiter verzieren. Hier und da ein bissele Schnick-Schnack anbringen und auch der Felsspitze ein anderes "Design" geben. Ok, dies ist mir nur einigermaßen geglückt, frei nach der Devise "Hon(n)i soit qui mal y pense".
Gegen 10:30 Uhr war ich dann endlich fertig, Torte verpackt und ab ins Geschäft.
Viele haben mich gefragt wieviele Stunden ich daran gesessen bin, ich muß ehrlich sagen, genau weiß ich es nicht, aber es waren locker zwischen 20 und 25 Stunden.
Aber, was soll ich sagen, auch wenn ich absolut ko war und immer noch in "Schuppen-Extase", aber, die leuchtenden Augen, der freudige Gesichtsausdruck, die Reaktion, einfach alles was den Moment der Überreichung dieser Torte hergab, war einfach unbezahlbar und für mich der größte "Lohn".
Und, was lernen wir daraus? Es gibt nichts schöneres als Menschen zu überraschen und ihnen eine Freude zu bereiten. 
In diesem Sinne..... ab an den Ofen bzw das Fondant ;)

Hier noch ein paar Fotos meiner Torte, nochmal vielen lieben Dank an Peter Frey für die tollen Fotos.

Und bitte verzeiht mir Scheib- und Zeitfehler....



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